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Abgeschminkt ist eine Lebensbeichte par excellence: Rezension

Beitragsbild Abgeschminkt

Anzeige (Rezensionsexemplar)


Die Frau, die Cindy aus Marzahn war, hat ein Buch geschrieben. Ihre Biografie. Von der komplizierten Kindheit, über die noch schwerere Zeit als Hartz-IV-Empfängerin, hin zu Bessins Erfolgen als Comedienne und schlussendlich ihrer Entscheidung, den pinken Sportanzug an den Nagel zu hängen und fortan ausschließlich Ilka Bessin zu sein. Ein Must-Read für alle Cindy-Groupies und ein Muss-Kauf für diejenigen von Euch, die Bücher bevorzugt aufgrund des Covers erstehen – so simpel, schön und aussagekräftig! 

Meine Meinung

Lang lang ist es her, dass ich die Biografie über Cindy aus Marzahn gelesen habe, geschrieben von ihrer Schöpferin höchstpersönlich: Ilka Bessin. Nicht selten kommt es vor, dass derartige Lebensberichte autorisiert sind und der eigentlich Star lediglich Ideengeber war. Nicht so bei Abgeschminkt. Authentisch, wie man sie von den großen Bühnen des Landes kennt und mit altbekannter Berliner Schnauze schreibt Bessin über die Aufs und Abs in ihrem bisherigen Leben. Die Biografie ist in insgesamt vier Teile untergliedert. Von der Kindheit in der DDR, über ihre Ausbildung, die Zeit als Hartz-IV-Empfängerin und ihren großen Durchbruch als Cindy aus Marzahn bis hin zum Abschied von der beliebten Kunstfigur. Sämtliche Stationen, die Ilka Bessin prägten und zu der Frau machten, die sie heute ist, werden angerissen. Mal mehr, mal weniger ausführlich.

Was mich überrascht und gleichermaßen schockiert hat: Wie geradeheraus Frau Bessin schreibt. Sie beschönigt wirklich nichts! Seien es ihre Diva-Allüren auf dem Höhepunkt ihrer Comedy-Karriere oder die Erpressung durch einen Liebhaber, der eine Telefonsex-Session der beiden aufgenommen und mit der Verbreitung drohte. Das sind Geschichten, über die bislang vermutlich höchstens Brancheninsider Bescheid wussten. Zumindest mich als selbsternannten Kenner der Boulevard-Kenner haben einige Aussagen erstaunen lassen. Die Anekdoten über Cindy sind häufiger vorhanden als solche über Ilka Bessin selbst. Das ändert sich gegen Ende, als man Kapitel für Kapitel merkt, wie Cindy aus Marzahn nur noch ein lästiges Anhängsel ist. Die Entscheidung, die Lockenperücke und den rosa Jogginganzug im Kleiderschrank verschwinden zu lassen, muss sich für Frau Bessin wie ein Befreiungsschlag angefühlt haben.

Ein Ausblick auf das Leben Post-Cindy

Tief berührt haben mich die Seiten, die Ilka Bessin über das Demenzleiden ihres Vaters gefüllt hat. Möglicherweise kann sie darüber noch einmal ein eigenes Buch schreiben? Denn ich bin mir sicher, dass es darüber genügend zu berichten gibt. Abgeschminkt zeigt durch und durch, welch intelligente Frau Ilka Bessin ist. Davon spürte man zu ihren Glanzzeiten als Cindy nichts, was ehrlicherweise auch nicht wirklich ihrem damaligen Image entsprochen hätte. Glücklicherweise gehören diese Zeiten nun der Vergangenheit an.

Fazit

Schonungslos. Dieses Wort bringt es im Grunde genommen auf den Punkt. Mehr bedarf dieses Fazit nicht. Wer Cindy aus Marzahn liebte, muss dieses Buch lesen. Wer Cindy aus Marzahn NICHT mochte, der sollte Abgeschminkt erst recht lesen! Einen tieferen und unverblümteren Einblick in das Seelenleben von einst Deutschlands beliebster Komikerin wird es sicherlich nicht geben. Hier versteht man, wie die Frau, die Cindy aus Marzahn war, tickt.

4.25 / 5 Sternen

P.S.: Ihr habt wieder Lust auf Kino? Meine Review zu Der verlorene Sohn wird Euch verraten, ob sich der Film lohnt!

Zur Sache

Titel: Abgeschminkt – Das Leben ist schön – von einfach war nie die Rede

Autorin: Ilka Bessin

Verlag: Heyne

Erschienen: 26. November 2018

Seiten: 288

Preis: EUR 15,00

*Rezensionsexemplar*

Transparenz

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, zur Verfügung gestellt vom Verlag durch das Bloggerportal.


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